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Aktionär - Aktionäre einer Aktiengesellschaft (AG)

Der Aktionär ist der Besitzer von Aktien einer Aktiengesellschaft, somit Gesellschafter oder Miteigentümer der Unternehmung, dessen Verpflichtung zur Leistung von Einlagen nach der Gründung der AG oder bei der Ausgabe neuer Aktien bei Grundkapitalerhöhungen durch den Nennbetrag oder höheren Ausgabebetrag begrenzt wird.

Der Aktionär hat in der Regel keine Geschäftsführungsbefugnisse noch muss er bei der AG tätig sein (Ausnahme: Belegschaftsaktionäre). Er haftet nicht persönlich für die Schulden der AG.

Aktionär - Aufbau und Struktur

Ein Aktionär kann entweder ein privater Anleger oder eine institutionelle Organisation sein. Je nach Art und Umfang der gehaltenen Aktien unterscheidet man zwischen Kleinaktionären, Großaktionären und institutionellen Investoren.

  • Kleinaktionäre: Halten nur eine geringe Anzahl von Aktien und haben meist wenig Einfluss auf Unternehmensentscheidungen.
  • Großaktionäre: Besitzen einen signifikanten Anteil der Aktien und können durch ihre Stimmrechte Entscheidungen maßgeblich beeinflussen.
  • Institutionelle Aktionäre: Investmentfonds, Versicherungen oder Pensionskassen, die Aktien im großen Stil kaufen, um Renditen für ihre Kunden zu erzielen.

Ansprüche von Aktionären

Die Aktionäre haben Anspruch auf den Bilanzgewinn, soweit nicht nach Gesetz oder Satzung, durch Beschluss der Hauptversammlung oder als zusätzlicher Aufwand aufgrund des Gewinnverwendungsbeschlusses von der Verteilung unter die Aktionäre ausschlossen.

Weitere Ansprüche der Aktionäre sind:

  • Bezugsrecht bei Emission junger Aktien,
  • Wandelschuldverschreibungen,
  • Optionsanleihen,
  • Gewinnschuldverschreibungen und Genussrechten, sofern das Bezugsrecht nicht entfällt (HV-Beschluss erforderlich)

Bei der Auflösung der AG hat der Aktionär den Anspruch auf das restliche Vermögen, das nach Begleichung der Verbindlichkeiten übrig bleibt. Die Aktionäre sind in der HV stimmberechtigt; diese ist ihr oberstes Willensbildungsorgan.

Vorteile und Nachteile von Aktionären

Aktionäre profitieren von den Chancen, die Aktien als Investment bieten, tragen jedoch auch die Risiken des Marktes.

Vorteile von Aktionären

Die Vorteile eines Aktionärs ergeben sich vor allem aus den finanziellen Möglichkeiten, die Aktieninvestitionen bieten:

  1. Dividendenzahlungen: Aktionäre erhalten regelmäßige Ausschüttungen, wenn das Unternehmen Gewinne erzielt.
  2. Kapitalwachstum: Der Wert der Aktien kann steigen, wodurch der Aktionär beim Verkauf einen Gewinn realisiert.
  3. Mitbestimmung: Großaktionäre haben die Möglichkeit, auf der Hauptversammlung Einfluss auf Unternehmensentscheidungen zu nehmen.

Nachteile von Aktionären

Trotz der Vorteile birgt die Aktionärsrolle auch Risiken, die nicht außer Acht gelassen werden sollten:

  1. Kursverluste: Der Aktienkurs kann sinken, was zu finanziellen Verlusten führt.
  2. Unsicherheit: Dividendenzahlungen sind nicht garantiert und hängen von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens ab.
  3. Zeitaufwand: Die Auswahl und Überwachung von Aktien erfordert ein gewisses Maß an Zeit und Fachwissen.

Der Aktionär in einem fiktiven Beispiel

Ein typisches Beispiel für einen Aktionär ist ein Privatanleger, der Aktien eines Unternehmens wie der Deutschen Telekom kauft. Dieser Privatanleger profitiert von Dividendenzahlungen und hofft auf Kursgewinne. Ein weiteres Beispiel sind Pensionsfonds, die in großem Stil Aktien halten, um die Renten ihrer Kunden langfristig abzusichern.

Aktionär - Definition & Erklärung - Zusammenfassung

Im Zusammenhang mit dem Lexikoneintrag Aktionär sind folgende Aspekte in Erinnerung zu behalten:

  • Ein Aktionär ist ein Besitzer von Aktien einer Aktiengesellschaft.
  • Aktionäre haben Anspruch auf den Bilanzgewinn.
  • Aktionäre sind in der Hauptversammlung stimmberechtigt.

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