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Altaktien - alte Aktien nach einer Kapitalerhöhung

Altaktien sind ein Begriff, der im Zusammenhang mit Kapitalerhöhungen eines Unternehmens relevant wird. Sie bezeichnen Aktien, die bereits vor einer Kapitalerhöhung ausgegeben wurden und sich im Besitz von Aktionären befinden. Zur Abgrenzung von neuen Aktien, die im Zuge der Kapitalerhöhung emittiert werden, spricht man von Altaktien.

Die Unterscheidung zwischen Alt- und Neuaktien ist vor allem dann von Bedeutung, wenn diese beiden Aktiengattungen noch nicht gleichgestellt oder an der Börse unterschiedlich bewertet sind.

Was passiert bei einer Kapitalerhöhung?

Unternehmen erhöhen ihr Grundkapital, indem sie neue Aktien ausgeben. Dies geschieht häufig, um zusätzliche Mittel für Investitionen, die Rückzahlung von Schulden oder die Expansion des Unternehmens aufzunehmen. Aktionäre, die bereits Altaktien besitzen, erhalten in der Regel ein Bezugsrecht, das ihnen ermöglicht, die neuen Aktien zu einem festgelegten Preis zu erwerben. Dadurch können sie ihren prozentualen Anteil am Unternehmen wahren.

Unterschiede zwischen Alt- und Neuaktien

  • Altaktien:
    • Bereits vor der Kapitalerhöhung im Umlauf.
    • Können aufgrund ihrer Historie oder Kursentwicklung eine andere Bewertung haben.
    • Häufig schon an der Börse gehandelt.
  • Neuaktien:
    • Werden im Zuge der Kapitalerhöhung emittiert.
    • Meist günstiger angeboten, um Investoren anzulocken.
    • Unterliegen oft einer Sperrfrist, in der sie nicht sofort handelbar sind (bei IPOs oder bestimmten Kapitalmaßnahmen).

Bewertung und Gleichstellung

Nach einer Kapitalerhöhung kann es vorkommen, dass Alt- und Neuaktien vorübergehend unterschiedlich bewertet werden. Gründe dafür können sein:

  1. Bezugsrechte:
    Altaktionäre können durch den Verkauf oder die Ausübung von Bezugsrechten profitieren, wodurch der Kurs der Altaktien steigen oder fallen kann.
  2. Dividendenanspruch:
    Manchmal sind Altaktien im Gegensatz zu Neuaktien dividendenberechtigt, wenn die Kapitalerhöhung kurz vor dem Dividendenstichtag erfolgt.
  3. Handelsvolumen:
    Altaktien haben häufig ein höheres Handelsvolumen, was sie liquider macht.

Mit der Zeit streben die Kurse von Alt- und Neuaktien jedoch eine Angleichung an. Dies geschieht, sobald die neuen Aktien vollständig an der Börse handelbar und die Unterschiede in Dividendenansprüchen aufgehoben sind.

Praxisbeispiel: Altaktien nach einer Kapitalerhöhung

Ein Unternehmen beschließt eine Kapitalerhöhung und gibt 1 Million neue Aktien aus. Die bestehenden 2 Millionen Altaktien behalten ihre Kursbewertung, während die neuen Aktien zum Emissionspreis von 80 € angeboten werden. Wenn die Altaktien zu einem Börsenkurs von 100 € gehandelt werden, könnte dies zu einer unterschiedlichen Bewertung führen:

  • Altaktien: Bleiben im regulären Handel.
  • Neuaktien: Werden zu Beginn möglicherweise günstiger bewertet.

Über die Zeit gleichen sich die Kurse an, da alle Aktienanteile denselben Unternehmenswert repräsentieren.

Altaktien - Definition & Erklärung - Zusammenfassung

Im Zusammenhang mit dem Lexikoneintrag Altaktien sollte man sich folgende Punkte merken:

  • Altaktien sind Aktien, die bereits vor einer Kapitalerhöhung im Umlauf waren und zur Unterscheidung von neu ausgegebenen Aktien dienen.
  • Sie können vorübergehend unterschiedliche Kursbewertungen oder Dividendenansprüche im Vergleich zu Neuaktien haben, gleichen sich jedoch mit der Zeit an.
  • Altaktionäre profitieren meist von Bezugsrechten, um ihren Anteil am Unternehmen zu sichern.

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